Thomas Jefferson | Unabhängigkeitserklärung und Sklavenhaltung

Die Person Thomas Jefferson

Thomas Jefferson wurde am 13. April 1743 in der kleinen Siedlung Shadwell, Virginia, als Sohn des Landvermessers und Kartographen Peter Jefferson und der Aristokratin Jane Randolphs geboren (WASSER 1995, 255).
Nach dem frühen Tod des Vaters 1757 besuchte Thomas das College of William and Mary in Williamsburg, bis er 1762 sein Jurastudium bei George Wythe in Williamsburg begann (HARDT 2007, xxxv).

Nach fünf Jahren des Studiums ließ sich Thomas als Rechtsanwalt nieder und begann im Jahr 1769 mit den Bauarbeiten in Monticello.
Das Anwesen sollte sein künftiger Wohnsitz werden, welcher in der Nähe der Stadt Charlottesville lag. Im November 1770 zog er dort ein (WASSER 1995, 255). Zwei Jahre zuvor war Thomas Jefferson als Mitglied in das Haus der Bürgerschaft für die Grafschaft Albemarle gewählt worden. Im Privatleben heiratete Thomas Jefferson am 01. Januar 1772 die 23-jährige Martha Wayles Skelton und bereits am 27. September desselben Jahres kam ihre gemeinsame Tochter Martha zur Welt (HARDT 2007, xxxv).

Erste Entwürfe der Unabhängigkeitserklärung

In den Jahren 1775/76 nahm er an beiden (II.) Kontinentalkongressen in Philadelphia teil. Am 31. März 1776 starb seine Mutter Jane Randolph Jefferson. Im Juni des gleichen Jahres verfasste er den ersten Entwurf der Unabhängigkeitserklärung (WASSER 1995, 255). Im Oktober 1776 wurde Thomas in das Delegiertenhaus gewählt und blieb auch Mitglied desselben, bis er am 01. Juni 1779 zum Gouverneur von Virginias gewählt wurde und weswegen er nach Richmond, der neuen Hauptstadt Virginias zog (WASSER 1995, 256).
Am 03. Juni 1781 endete seine Amtszeit als Gouverneur. Das Anwesen Monticello wurde einen Tag nach Beendigung seiner Amtszeit von englischen Truppen verwüstet.

Nach dem Tod seiner Frau Martha im September 1782 bezog er den Posten amerikanischer Bevollmächtigter und wurde Mitglied einer Verhandlungsdelegation, die Friedensbedingungen mit Großbritannien verhandeln sollte (WASSER 1995, 256). Thomas Jefferson schrieb einen Verfassungsentwurf für Virginia, schloss Freundschafts- und Handelsverträge mit europäischen Staaten und unterzeichnete einen Freundschafts-vertrag mit Portugal. In diesen Jahren reiste er viel durch Europa. Die Yale-Universität verlieh ihm am 13. September 1786 die Ehrendoktorwürde. Ebenso erhielt er die Ehrendoktorwürde des Harvard College am 13. Februar 1789. Im September desselben Jahres ernannte man Thomas Jefferson zum Secretary of State, unter Präsident George Washington ernannt (WASSER 1995, 257).

Eine neue Hauptstadt

Dieses Amt beinhaltete sowohl das Außenministeramt, als auch viele weitere Ämter. Mit steigendem Machteinfluss begann Thomas Jefferson staatliche Erneuerungen anzuregen und durchzusetzen. So legte er am 4. Juli 1790 dem Präsidenten George Washington einen Bericht vor, in dem er sich für ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem in den USA einsetzte. Nur einen Monat später unterbreitete er Georg Washington den Vorschlag für die künftige Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Etwa ein Jahr später, am 8. September 1791, wirkte Thomas Jefferson bei der Namensgebung der künftigen Hauptstadt mit. Diese wurde Washington im Distrikt Columbia benannt.
Nach der Huldigung für den Präsidenten durch die Namensgebung der Hauptstadt dachte Thomas Jefferson erstmals darüber nach, sein Amt als Secretary of State niederzulegen.

Nachdem er sich dazu entschieden hatte, noch eine weitere Periode das Amt des Außenministers anzunehmen, trat er doch am 31. Dezember 1793 unerwartet zurück, da Jefferson und Georg Washington starke Differenzen zu außenpolitischen Fragen hatten und der Präsident mit seinem Berater und Finanzminister Alexander Hamilton konform ging, einen englandfreundlichen Kurs einzuschlagen (HARDT 2007, xxxvi).

 

Monticello

In den Jahren 1794 bis 1800 lebte Jefferson auf seinem Anwesen Monticello. In dieser Zeit baute er das Anwesen um und es entstanden einige weitere Gebäude. Während dieser Zeit geht er seinen politischen Verpflichtungen nach und wurde im März des Jahres 1797 zum Vizepräsidenten des amtierenden Präsidenten John Adams, Föderalist, gewählt. Das Verhältnis war und blieb zu dieser Zeit gespannt, da Thomas Jefferson den Wahlkampf nur knapp mit seiner Demokratisch-Republikanischen Partei verloren hatte. Seine Geschäfte als Vizepräsident und Vorsitzender des Senats tätigte er zum großen Teil von seinem Anwesen und seinem Büro in Philadelphia. Am 3. Dezember 1800 gewannen die Republikaner die Präsidentenwahl im Electoral College (Wahlmänner-kollegium), wodurch eine Pattsituation zwischen Thomas Jefferson und Aaron Burr entstand (WASSER 1995, 269). Aaron Burr wurde unterstellt, mit den Föderalisten zu intrigieren und so wurde er in seiner eigenen Demokratisch-Republikanischen Partei isoliert. Burr verlor im 36. Wahlgang im Repräsentantenhaus gegen Thomas Jefferson (WASSER 1995, 260).
Am 4. März 1801 fand die Einführung Thomas Jefferson in das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Washington statt (HARDT 2007, xxxvi).

Ende der Präsidentschaft

Nach seiner Wiederwahl 1804 begann seine 2. Amtsperiode am 04. März 1805. Vier Jahre später am 04. März 1809 übergab Thomas Jefferson das Präsidentenamt an James Madison und verließ daraufhin Washington Richtung Monticello (HARDT 2007, xxxvi).
Von 1816 bis 1820 traf er wichtige Vorbereitungen, um die Gründung der University of Virginia in Charlottesville voran zu treiben. Die Eröffnung der University of Virginia fand im Jahr 1825 statt.
Im Alter von 78 Jahren begann Thomas Jefferson im Jahr 1821, seine Memoiren aufzuschreiben. Nebenbei wendete er immer noch sehr viel Zeit auf, um als Gründungsmitglied der University of Virginia das Projekt Universität voran zu treiben. Am 07. März 1825 nahm diese ihre Lehrtätigkeit auf (HARDT 2007, xxxvi). Ein Jahr später, am 04. Juli 1826, dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeit, starb Thomas Jefferson im Alter von 83 Jahren auf seinem Anwesen Monticello (WASSER 1995, 261).

 

Jefferson und seine Sklaven

Thomas Jefferson hatte mehr als 600 Sklaven, die auf Monticello arbeiteten (WIENCEK 2012, 42). Er erhielt einen Teil der Sklaven von Nachbarn und Freunden, die verstarben, die meisten aber kaufte er in Virginia auf dem Sklavenmarkt. Von Beginn an waren auch Afroamerikaner unter seinen Sklaven (HEATH 1999). Später verpflichtete er auch deren Kinder. Auf Monticello wohnten sie in mehreren Gruppen am Hügel entlang der Plantagen in Hütten und auf verschiedenen abgelegenen Farmen des Anwesens. Je nach Lage der Häuser kann darauf geschlossen werden, welche Sklaven Thomas Jefferson präferierte. So sind in den Wohnhäusern der Sklaven, die dem Wohnhaus Jeffersons näher gelegen sind, Essensreste und Keramik von höherer Qualität gefunden worden. Zu Jeffersons Lebzeiten besaß er immer ca. 100 versklavte Menschen gleichzeitig. Im Jahr 1817 erreichte die Anzahl der Sklaven einen Höchstwert von 140 (WIENCEK 2012, 42). Häufig waren Familien in zweiter, dritter oder sogar vierter Generation bei ihm.
Nur etwa 20 Sklaven versuchten in den Jahren 1769–1819 zu fliehen. Einige wurden gefasst und zurückgebracht, andere blieben verschwunden. Von einigen Flüchtlingen wusste Jefferson im Vorfeld, er hielt sie jedoch nicht auf und ließ auch nicht nach ihnen suchen (http://plantationdb.monticello.org/nMonticello.html, gesehen 21.06.2013).

Sklaven sind wertvoll

Für jedes in Gefangenschaft geborene schwarze Kind hat T. Jefferson einen Profit von 4% errechnet. Da der Wert der Sklaven von Jahr zu Jahr anstieg, waren diese für ihn eine Goldgrube, auch auf lange Sicht (WIENCEK 2012, 44).
Die Sklaven von Monticello waren in verschiedene Klassen und Rassen aufgeteilt. Als Arbeiter hatte er sowohl Schwarze als auch Weiße, versklavte sowie freie Menschen.
Auf den existierenden Feldern wurden verschiedene Konsumgüter geerntet. So bestanden diese zum großen Teil aus Tabakfeldern. Aber auch Baumwolle, Hopfen und Hanf wurde angebaut. Weitere Arbeitsbereiche für die Sklaven waren die Bienenstöcke und der Honig sowie die kleine Rinderzucht.
Der historische Archäologe John Otto unterteilt in seinem Buches Status Differences and the Archaological Record: A Comparison of Planter, Overseer, and Slave Sites from Canon’s Point Plantation (1794-1861) die arbeitenden Menschen auf den Plantagen in drei Kategorien: Pflanzer, Aufseher und Sklaven (OTTO 1975). Es gab auch auf Monticello diese Einteilung der Menschen. Hier konnten allerdings auch Sklaven die Position der Aufseher übernehmen, wenn sie sich vorher angemessen verhalten hatten und Jefferson ihnen vertraute.

 

 

 

 

 

Literatur:

HEATH 1999
Barbara J. Heath, „Your Humble Servant“: Free Artisans in the Monticello Community. In: “I, Too, America”, Archaeological Studies of African-American Life, Theresa A. Singleton (Charlottesville, USA; London 1999), 193-217.

HARDT 2007
Michael Hardt, Thomas Jefferson. The Declaration of Indipendence (London 2007).

JEFFERSON 1796
Thomas Jefferson, 1796 Monticello: building insurance. N133; K136 (Monticello, 1796).

OTTO 1975
John Otto, Status Differences and the Archaological Record: A Comparison of Planter, Overseer, and Slave Sites from Canon’s Point Plantation (1794-1861) (St. Simons Island 1975).

WASSER 1995
Hartmut Wasser, Thomas Jefferson. Historische Bedeutung und politische Aktualität. Zum 250. Geburtstag des „Weisen von Monticello“ (Paderborn 1995).

WIENCEK 2012
Henry Wiencek, Master of the Mountain. Thomas Jefferson and his Slaves (New York 2012).

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