Meine kleine Allianz

Menschen kommen und gehen. Manche sind nur eine Sternschnuppe und ziehen schnell vorbei. Manche aber bleiben länger. Und dann gibt es Menschen, die machen Lebenssituationen zu einem Erlebnis. Und von solchen Begebenheiten zehrt man auch nach derintensiven  Zeit die man zusammen hatte.

Wovon ich rede?

Es begab sich zu einer Zeit, da ich nach dem Studium etwas in der Luft hing. Genauer gesagt, war ich eine Zeit lang arbeitssuchend. In dieser Zeit hatte der Staat anscheinend ein wenig Geld übrig um mir eine Weiterbildung zu bezahlen.
Und so begann ich eine Weiterbildung zur Online-Redakteurin.
Der Kurs bestand aus bummelig 20 Personen und fand online statt. 20 Menschen aus 20 verschiedenen Städten die bei dem Bildungsträger WBS vor den PCs saßen und lernten wie man Texte schreibt, Fotos bearbeitet und mit Google und dem Internet umgeht.

Das virtuelle „Klassenzimmer“ (Namen sind hier natürlich unkenntlich gemacht)

Schon die erste Gruppenarbeit in der ersten Woche war in meinem Fall Lebensentscheidend. Denn ich war zusammen mit drei Männern in der Gruppe „Sekten„. Und da ich mich mit dem Thema durch mein Theologiestudium etwas auskenne hatten wir gleich ne gute Grundlage zur Diskussion.
Schnell stellte sich heraus, dass wir vier auf einer Welle schwammen. Nach und nach wurden wir ein immer eingeschworeneres Team. Natürlich gab es auch Gruppenarbeiten mit anderen Teilnehmern, aber auch privat schrieben wir nun per WhatsApp was wir so erlebten.

Anzugträger in meinem Büro

Und das ist das Faszinierende. Ich habe in dieser Weiterbildung Menschen kennengelernt, die ich noch nie gesehen habe. Wir haben uns noch nie gegenüber gestanden. Wir haben nur verbal und via Webcam über die Lernplattform kommuniziert.
Und trotzdem verbindet uns etwas. Wir stehen auch die langweiligen Themen zusammen durch. Mit Freude und Humor war das wirklich eine einfache Übung.


Chillen in der virtuellen Gruppe

Und nachdem wir die 6 Monate Online-Redaktion durchgestanden hatten, gingen 3 der 4 Gruppenmitglieder noch in eine weitere Weiterbildung Social Media Manager. Und auch dort konnte uns keiner trennen. Besser noch, wir fanden wieder eine vierte Person. Und es wurde in den 4 Monaten ebenso wunderbar wie die 6 Monate zuvor. Täglich verbrachte man mehrere Stunden miteinander, lachte, witzelte, redete über Privates und wurde politisch.

Was bleibt?

Die große Frage ist, was bleibt? Wir haben während der 6 Monate Online-Redaktion und der 4 Monate Social Media Manager viel voneinander gelernt und erfahren. Es ist ein eigener Freundeskreis geworden. Ein ganz besonderer Kreis von Menschen die sich kennen obwohl sie sich nie „live“ gesehen haben.

Auch nach über einem Jahr hören wir häufig voneinander. Manchmal sogar täglich. Alle stehen wieder in Lohn und Brot und so können wir Erfahrungen austauschen. Natürlich nicht ohne den gewissen Humor der unsere kleine Allianz ausmacht. Wir sind ein Team. Ein Team das etwas ganz Besonderes ist. Besonders aufgrund des Kennenlernens. Und wir wissen alle voneinander, dass wir eine realtiv schwere Zeit zusammen durchgestanden haben. Nicht wegen der WBS, sondern wegen des Lebensumstandes arbeitssuchend zu sein.

Mein virtuelles Büro

Uns vier verbindet etwas!

Wir bleiben immer in Verbindung. Und wir sind uns immer noch vertraut. Auch ein Jahr später noch.
Vor Kurzem, auf meinem Trip nach Berlin, habe ich mich mit einem der 3 Jungs auf ein Eis in Berlin getroffen. Es waren wunderbare 2,5 Stunden. Und tatsächlich etwas seltsam. Man kennt sich so gut, hat über Monate jeden Tag miteinander verbracht, kennt irgendwie auch reud und Leid des anderen und trotzdem ist es in diesem Moment seltsam, sich gegenüber zu stehen. Aber das verfliegt. Nach 2-3 Minuten ist das Gefühl verflogen und wir genießen einfach mal ohne Mikrofon miteinander reden zu können.
Ein wunderschöner Tag mit einem wunderbaren Menschen.

Ich gebe hier offen und ehrlich zu: ich vermisse manchmal die Stunden in denen ich im 3D-Lernspace mit meinen 3 Homies im virtuellen Büro stehe und uns gegenseitig beklatschen. Was waren das für tolle Zeiten. Was habe ich da für wunderbare Menschen kennengelernt.
Und das obwohl ich nur Avatare und ihre reale Stimme kenne.

Ich liebe Euch Jungs! Danke 🙂

Fazit dieser Erfahrung: Es kommt auf den Charakter an! Kennenlernen von Menschen funktioniert auch über Bildschirm, virtuellen Büros, Webcam und Mikrofone. Auch so können besondere Beziehungen zueinander entstehen!
Wir waren immer 100% bei der Sache und super motiviert… auch wenn da ein keiner Bug im virtuellen Klassenzimmer rumlag… 🙂

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