Ich brauche einen Goldfisch in meinem Leben

Als Kind habe ich meinem Teddy immer alles erzählt. Heute habe ich Teddy durch einen Hund ersetzt. Der bekommt jetzt alles erzählt, was mich bewegt oder in Rage bringt. Er hört zu und denkt sich seinen Teil.

In dem Theaterstück „Kasimir und Kaukasus“ bekleidet diese Rolle ein kleiner Goldfisch der sprachlich eindeutig ein Berliner Jung ist 🙂 (gesprochen von D. Hallervorden)

Ich fasse kurz zusammen: Christine und Henri sind 20 Jahre verheiratet und es läuft in der Ehe gelinde gesagt etwas unrund.

Henri kommt eines Tages also mit einem kleinen Goldfisch nach Hause, obwohl Christine eigentlich nen Hund wollte… Kasimir der Goldfisch schafft es jedoch, und zwar ohne offensichtliches eigenes Zutun, dass das Paar auf interessante Weise wieder zusammenfindet.

Ich möchte nicht spoilern, denn schließlich läuft das Stück noch eine Weile und man sollte es ja auch selber sehen. Das Stück ist von Dieter Hallervorden vom Französischen ins Deutsche übersetzt worden. Kein Wunder also, dass es eine Komödie mit wunderschönen Wortspielen und charakterstarken Rollen ist.

Ein wirklich witziges Theaterstück das vor Charme, Spielfreude, Humor und Professionalität nur so strotzt. Und das machen die Schauspieler wunderbar. Man hatte in jeder Szene das Gefühl, dass sie es lieben auf der Bühne zu stehen und mit dem Stück regelrecht mitfiebern. Zwischendurch meine ich sogar wahrgenommen zu haben, dass man sich auf der Bühne das Lachen regelrecht unterdrücken muss um nicht loszuprusten 🙂

Ach ja, die Schauspieler. Vier wirklich tolle Künstler (und ein Goldfischhologramm) lassen das kleine Wohnzimmer von Christine und Henri ganz schön beben. Auf der Bühne stehen Katharina Maria Abt, Dieter Landuris, Markus Majowski und die wunderbare Ulrike Frank.

360km Fahrt brauchen einen Grund

Nun gebe ich offen zu, Ulrike Frank ist der Grund meines Besuchs des Theaters gewesen. Genauer gesagt, der Grund für das Wochenende in Berlin. Der Grund, 360 km von der Ostsee in die Hauptstadt zu fahren.

Ich hab letztens ja schon mal von der Geschichte von Katrin und Anni bei GZSZ geschrieben. Ulrike Frank spielt bei GZSZ die Rolle der Katrin Flemming. Zurückhaltend, überlegt und selbstbeherrscht. In Bezug auf Anni ändert sich dieses Verhalten allerdings (dem Herrn sei Dank :-D)… Katrin ist zumeist ein mir recht sympathischer Charakter. Und das liegt definitiv an der herausragenden Leistung von Frau Frank.

Aber ich muss sagen, sie hat auf der Theaterbühne die Rolle in GZSZ noch übertroffen. Zwei so unglaublich unterschiedliche Rollen. Und nachdem mir das jetzt noch 2-3 Stunden durch den Kopf ging, komme ich zu dem Schluss:

das ist die hohe Kunst der Schauspielerei

Ich habe mich knapp 2 Stunden im Theater unterhalten lassen ohne auch nur einmal einen Vergleich zur GZSZ-Rolle zu ziehen. Der Gedanke kam mir erst später. Aber wie gut ist das denn bitte geschauspielert? Annähernd perfekt, meiner Meinung nach. Kann aber auch an der dezenten Symphathie zur Schauspielerin liegen 0:-)

Ich habe bei Instagram gelesen, dass die Schauspieler nach einiger Zeit nochmal im Foyer vorbeisehen. Und nach der Vorstellung verließen alle Zuschauer das Theater. Jetzt muss man auch dazu sagen, dass die übrigen Besucher nicht unbedingt die Zielgruppe von Instagram sind 🙂

Also stand meine Begleitung und ich allein im Foyer und warteten um ein Foto zu erhaschen.

Ulrike Frank im Schlosspark Theater

Ha, und wir bekamen noch mehr als ein Foto. Ich bekam noch einen kleinen Blick auf die ‚echte‘ Ulrike Frank. Also keine Rolle. Nach dem Foto standen wir Tatsache noch 15 Minuten beisammen und schnackten. Wow. Das nenne ich mal Kundenbindung 😉

Ich behaupte, das machen nicht Viele.

Ich durfte heute die wirklich sehr herzliche, attraktive, elegante, lebensfrohe und charmante Ulrike Frank kennenlernen. Wunderbar.

Letztens sprach ich schon davon, dass es manche Momente mit Menschen gibt, die Spuren in meinem Herzen hinterlassen. Dieser Abend ist einer dieser Momente.

Mit dieser Erinnerung werde ich mich morgen beschwingt und glücklich aufs Moped setzen und die 360km zurück nach Kiel fahren.

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1 Antwort

  1. August 4, 2018

    […] Wochenende war ich spontan beim CSD in Berlin. Wie ich ja beschrieben hatte, war ich für einen Theaterbesuch von „Kasimir und Kaukasus“ in […]

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